Vom 9. bis 19. September findet in Berlin das 9. internationale literaturfestival berlin (ilb) statt. Über das eigentliche Lesungsprogramm im Haus der Berliner Festspiele hinaus, findet dieses Jahr bereits zum 8. Mal in der Programmsparte Specials die Veranstaltungsreihe Literatur hinter Gittern statt, bei der in den Vorjahren schon 20 internationale Schriftsteller und Schriftstellerinnen beteiligt waren, die seit 2002 in insgesamt 4 verschiedenen Berliner Gefängnissen lasen. Mittlerweile wird unser Projekt auch international beachtet und gilt der European Art in Prison Bewegung als Modell für ähnliche Programme andernorts. In diesem Jahr kommt bei uns ein besonderer Leseort hinzu - die JSA (Jugendstrafanstalt) Berlin in Plötzensee.
Am Freitag, den 11. September 2009, liest und diskutiert Wilfried N'Sondé, der aus Brazza-ville, der Hauptstadt des heutigen Kongo stammt, als Fünfjähriger jedoch mit seiner Familie in die Nähe von Paris übersiedelte und heute als Streetworker in Berlin lebt, mit jugendlichen Inhaftierten in der Jugendstrafanstalt Berlin/Plötzensee seinen Debütroman „Das Herz der Leopardenkinder“ (2007, dt. 2008). Er schildert die Identitätskrise eines jugendlichen afrikanischen Immigranten, der während der Unruhen in den Banlieus von Paris inhaftiert wird.
John Wray (USA) wird am Di, den 15. September in der Justizvollzugsanstalt Tegel der amerikanische Autor John Wray seinen Bestsellerroman „Retter der Welt“ (org. „Lowboy“) vorstellen und mit Langzeitinhaftierten diskutieren. Im Roman flüchtet Will Heller, der an pa-ranoider Schizophrenie leidet, aus der Anstalt in die U-Bahn-Schächte New Yorks, um den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang durch globale Erwärmung zu verhindern… Diese Veranstaltung in Deutschlands größtem Männergefängnis beginnt um 18 Uhr.
In der JVA Moabit, in der Strafgefangene hauptsächlich zur Untersuchungshaft untergeb-racht sind, findet am Mittwoch, den 16. September, um 16 Uhr eine Lesung mit Robert Litell statt. Der bewegende Roman „Das Stalingrad-Epigramm“ des renommierten Agententhriller-Autoren (und Vater des bekannten Schriftstellers Jonathan Littell) über das Schicksal des russischen Dichter Ossip Mandelstamm ist im August erst auf Deutsch erschienen. Die Gitarrengruppe der U-Häftlinge wird den literarischen Nachmittag wie auch in den letzten Jahren musikalisch live umrahmen.
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Alle Lesungen sowie die anschließenden Diskussionen mit den Inhaftierten sind geschlossene Veranstaltungen, an denen jedoch jeweils einige interessierte Journalisten teilnehmen können. Aus organisatorischen Gründen ist eine Voranmeldung bis spätestens zum 08. Spetember nötig. (Die Reihenfolge der Anmeldung entscheidet über die Platzvergabe.)
Die genaueren Bedingungen für die Teilnahme von Journalisten an „Literatur hinter Gittern“ erfahren Sie auf unserer Homepage oder über die Anmeldung bei:
ilb Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(030) 27 87 86 - 45
Details zu Ablauf und Inhalt der Veranstaltungen erfahren Sie beim langjährigen Projektleiter der „Literatur hinter Gittern“:
Martin Jankowski
Koordinator Specials
(030) 278786 - 41
Nähere Informationen zu Festival und Gesamtprogramm finden Sie auf unserer Internetseite www.literaturfestival.com.